Spuren des Animalischen

Hibernation

Linda Kuhn und
Alvaro Urbano

Hibernation - Foto Robert Eckstein

Robert Eckstein [Fotografie]

Eröffnung
19.01.2018 um 19 Uhr

Begrüßung
Sabine Weißler, Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen

Zur Ausstellung
Julia Heunemann
und Nadia Pilchowski

Ausstellungsdauer
20.01. - 10.03.2018


Während der Winterruhe ließen sich die Berliner Stadtbären selten in ihren Außengehegen blicken. Sie schliefen viel, wurden nur noch im Zwingergebäude abseits der Öffentlichkeit gefüttert und waren ihrer repräsentativen Funktion entbunden.

Ruhephasen, in denen physiologische Prozesse heruntergefahren werden, geistige Anspannung nachlässt und das Bewusstsein zwischen diffuser Wahrnehmung und intentionsfreiem Handeln changiert, stehen neoliberalem Leistungsdenken entgegen.

Hibernation präsentiert künstlerische Positionen, die sich mit derartigen Bedingungen und Effekten von temporärem Rückzug auseinandersetzen.

Mit dem Austreten aus zielgerichteten Leistungszusammenhängen hat sich Linda Kuhn bereits in früheren Arbeiten befasst. In den Außengehegen des Bärenzwingers, die auf räumliche Distanz bei umfassender Einsehbarkeit hin ausgerichtet sind, verstellt die Berliner Künstlerin nun die Blicke der  Betrachter*innen. Mit Schutzverkleidungen für Skulpturen entwirft sie Rückzugsräume für Elemente, die sie in den Gehegen vorgefunden hat und schreibt ihnen damit zugleich neue plastische Qualitäten zu.

Durch architektonische Eingriffe, die gewohnte Wahrnehmungsmuster unterlaufen, dekonstruiert Alvaro Urbano Verhältnisse von Innen und Außen, Traum und Wirklichkeit. Die Winterruhe in den Blick nehmend, enthebt er die Bärenkäfige von den ihnen einst zugewiesenen Bestimmungen und fokussiert die imaginären Potenziale der ummauerten und vergitterten Architekturen. Die Frage danach, wovon Bären wohl träumen, reflektiert schließlich den Winterschlaf selbst als Raum des Imaginären.

Kuratiert von
Julia Heunemann
und Nadia Pilchowski

Linda KUHN


Die Werke von Linda Kuhn fragen nach der Möglichkeit sich gängigen Arbeits- und Zeitstrukturen zu entziehen. Bildhauerisch untersucht sie aktuelles Freizeitverhalten und fragt, wie sich in diesem Kontext körperliche Aktivitäten reproduzieren.

 

Geboren 1983 in Berlin, hat Linda Kuhn in den letzten Jahren ihre Arbeiten in Berlin (SOS, Luftraum, Humboldt Carré, Kunstquartier Bethanien), London (Oxo Tower, Triangle Space) und Wien (Kunsthalle Exnergasse) gezeigt. 2015 erhielt sie das Goldrausch-Stipendium (Berlin), im letzten Jahr wurde sie im Rahmen der Leisure Studies Association Conference nach Leeds eingeladen.

 

Alvaro Urbano


Alvaro Urbano, geboren 1983 in Madrid, Spanien, lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Architektur und Design an der Escuela Técnica Superior de Arquitectura in Madrid und schloss sein Meisterschülerstudium am Institut für Raumexperimente, Klasse Olafur Eliasson, an der Universität der Künste in Berlin ab. Im Jahr 2014 erhielt Urbano die Villa Romana Fellowship. In 2016/2017 hatte er die Künstler und Architekten - Residency im MAK, Los Angeles.

 

Jüngste Soloprojekte: Altbau, ChertLüdde, Berlin, 2017; Almost Midnight, Frankfurt am Main, Berlin, 2017; Assemble, Performancenacht, Bundeskunsthalle, Bonn, 2017; I, Mole Antonelliana, Turin, in Zusammenarbeit mit dem National Cinema Museum von Turin, 2016.


Jüngste Gruppenausstellungen: Alpina Huus, Genf und Lausanne, 2017; Festival of Future Nows II, Hamburger Bahnhof, Berlin, 2017; Notes on our equilibrium, CAB, Brüssel, 2017; That Time, Cycle Music and Art Festival, Island; Deep Inside, Moscow International Biennale for Young Art, Moskau, 2016; Art and Nature: Walking with Senses, Meran, 2016.

Kontakt

Bärenzwinger
Im Köllnischen Park
10179 Berlin

T + 49 30 901 837 461
info[at]baerenzwinger.berlin

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Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag

12–18 Uhr

Eintritt frei

Verkehrsverbindungen

U8 Heinrich-Heine Straße

U2 Märkisches Museum

U+S Jannowitzbrücke,

Bus 165, 265, 248

Presse

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