Spuren des Animalischen

Fur Agency

NEOZOON

Fur Agency - Foto Tobias Willmann

Tobias Willmann [Fotografie]

Eröffnung
10.11.2017 um 19 Uhr

Begrüßung
Dr. Ute Müller-Tischler, Fachbereichsleiterin Kunst und Kultur

Zur Ausstellung
Anne Hölck und Sebastian Häger

Ausstellungsdauer
11.11.2017 - 05.01.2018

Begleitprogramm

Sa, 02.12.2017 um 14 Uhr
Ausstellungsrundgang mit Kuratorin Anne Hölck

So, 10.12.2017 11-14 Uhr
Workshop ›Wie Bären Wohnen‹ mit Anne Hölck, Marcela Moraga und Sebastian Häger

Fr, 05.01.2018 ab 18 Uhr
Finissage mit Sound-Performance von Native Instrument

Nachdem das erste Ausstellungsprojekt im Bärenzwinger Ursus Olfaciens die hinterlassenen Spuren der Berliner Bären aufsuchte, folgt nun eine kritische Befragung des menschlichen Blicks auf Tiere.

Ausgangspunkt für die Ausstellung Fur Agency ist das Tierfell als handlungsfähiger Akteur, indem es Reaktionen bei seinen Betrachter*innen auszulösen vermag. Fell ruft Anmutungen von Wärme und Gemütlichkeit hervor, weckt das Bedürfnis, Tiere anzusehen und sie zu berühren. Diesem romantisierten Blick waren auch die amtierenden Berliner Stadtbären ausgesetzt.

Im Prinzip ist jeder Käfig ein Rahmen um das Tier im Inneren, schreibt John Berger 1980 in seinem Text Warum sehen wir Tiere an?. Das Tier wird im Zoo zum Bild, das man ansehen kann. Wir fühlen uns ihm nah und gleichzeitig bleibt es uns fremd. Besonders in seiner Fremdheit fasziniert es uns. Nirgendwo wird das deutlicher als im Zoo, wo Menschen – obwohl als Säugetiere ebenfalls Teil der Natur – Tiere wie Museumsobjekte ausstellen und betrachten.

Fur Agencythematisiert nicht nur diese Art der Tierhaltung, sondern versucht eingeschliffene Sehgewohnheiten künstlerisch zu hinterfragen. Das Künstlerinnenkollektiv NEOZOON entwickelt hierzu die dreiteilige, multimediale Installation Bearly Legal für den Bärenzwinger.

Kuratiert von Sebastian Häger und Anne Hölck

Bärenzwinger 2017, Foto: Tobias Willmann
Ausstellungseröffnung ›Fur Agency‹, Foto: Robert Eckstein
Ausstellungseröffnung ›Fur Agency‹, Foto: Robert Eckstein
Ausstellungseröffnung ›Fur Agency‹, Foto: Robert Eckstein
Ausstellungseröffnung ›Fur Agency‹, Foto: Robert Eckstein
Ausstellungseröffnung ›Fur Agency‹, Foto: Robert Eckstein
Ausstellungseröffnung ›Fur Agency‹, Foto: Robert Eckstein
Ausstellungseröffnung ›Fur Agency‹, Foto: Robert Eckstein
Ausstellungseröffnung ›Fur Agency‹, Foto: Robert Eckstein
Ausstellungseröffnung ›Fur Agency‹, Foto: Robert Eckstein
Ausstellungseröffnung ›Fur Agency‹, Foto: Robert Eckstein
Ausstellungseröffnung ›Fur Agency‹, Foto: Robert Eckstein

NEOZOON


NEOZOON ist ein 2009 in Berlin und Paris gegründetes Künstlerinnenkollektiv, das sich mit Mensch-Tier-Verhältnissen beschäftigt und den Umgang moderner Gesellschaften mit lebendigen und toten Tieren untersucht. NEOZOONs Aktionen finden im öffentlichen Raum statt: in den Straßen der Städte, öffentlichen Institutionen und im Netz. Ihre künstlerischen Medien umfassen Collagen, Installationen und Videos.

In ihren filmischen Arbeiten thematisieren sie Widersprüche im alltäglichen Umgang mit Tieren in Sprache und Handlung sowie die Medialisierung dieser Praktiken.
Auswahl aktueller Ausstellungen und Screenings: 2016: SITUATIONS/Filter, Fotomuseum Winterthur; Unter Waffen. Fire and Forget 2, MAK, Frankfurt; Anthology Film Archives, New York; Crashed Net Aesthetics, HeK, Basel; Animal Lovers, nGbK Berlin; 2017: The Hobbyist, Fotomuseum Winterthur (CH); Goethe Institut Toronto, Emerging Artists (CAN); HMKV Dortmund, Video of the Month (D); Filmwinter, Stuttgart (D).

Rundgang


Samstag, 02.12.2017

14-15 Uhr

Die Gastkuratorin Anne Hölck wird durch die Ausstellung führen und entlang der Arbeit NEOZOONs Fragen zur Darstellung von Tieren in Gefangenschaft sowie der Architektur von Gehegen diskutieren.

Die kostenlose Führung wird in deutscher Sprache angeboten. Treffpunkt: Eingangsbereich des Bärenzwingers

Um Anmeldung per E-Mail an info@baerenzwinger.berlin wird gebeten.

Anne Hölck, geboren 1970 in Kiel, ist seit 2002 freie Szenografin und lebt in Berlin. Neben ihrer Theaterarbeit realisiert sie Ausstellungsprojekte, leitet Projektseminare und hält Vorträge im Forschungsfeld der Human-Animal Studies mit dem Schwerpunkt auf raumwissenschaftlichen und künstlerischen Ansätzen. Seit 2014 kuratiert sie die Ausstellungsreihe »we, animals. Künstlerische Positionen zu Mensch-Tier-Verhältnissen« im Meinblau Projektraum Berlin.

Workshop


Sonntag, 10.12.2017
11-14 Uhr


›Wie Bären Wohnen‹
mit Anne Hölck, Marcela Moraga und Sebastian Häger

Der kostenfreie Workshop ist auf 10-15 Teilnehmer*innen begrenzt und wird in deutscher Sprache angeboten. Teilnehmer*innen sollten mindestens 14 Jahre alt sein.

Um Anmeldung per E-Mail an info@baerenzwinger.berlin wird gebeten.

Der Workshop behandelt die ›Wohnsituation‹ von Bären im Zoo. Nach einer Führung durch die Ausstellung von NEOZOON, die sich mit unserem Blick auf (Zoo-) Bären befasst, gibt es eine Einführung zum Thema ›Wohnen‹ von Zootieren nach dem Zoologen Heini Hediger.
 

Danach untersuchen wir die Wohnverhältnisse im Bärenzwinger: In verteilten Rollen nehmen wir verschiedene Blickwinkel ein, um uns über dieses Experiment gemeinsam ethischen Fragestellungen zu öffnen und uns neue Perspektiven auf Mensch-Tierverhiältnisse zu erschließen.

Finissage


Freitag, 05.01.2018

18-21 Uhr


Finissage mit Sound-Performance von Native Instrument [Stine Janvin und Felicity Mangan]

Native Instrument aus Berlin ist eine musikalische Kollaboration, die das Field-Recording-Archiv von Felicity Mangan und das abstrakte Vokabular von Stine Janvin Motland zusammenführt. Stine Janvin erforscht und fordert die physischen Eigenschaften der Stimme, die Akustik ihrer Umgebung und neue Performance-Strategien heraus.



Die Musik von Native Instruments, die oft als Insekten-Techno bezeichnet wird, basiert auf elektronischen und stimmlichen Adaptionen von Audioaufnahmen von Tieren und Insekten. Ihre Aufnahmen stammen hauptsächlich aus der australischen und nordeuropäischen Fauna. Indem sie die natürlichen Rhythmen von Tierrufen mit digitalen Effekten und stimmlichen Imitationen vermischen, generieren Native Instrument klangliche Ambiguität zwischen ländlicher Natur, Elektronik und der menschlichen Stimme.

Native Instrument traten bei folgenden Veranstaltungen und Festival auf: Atonal Berlin; Ope3ra Festival, Mexiko-Stadt; CTM, Berlin; Rokolektiv-Festival, Bukarest; Praha, Brno; Stadtgalerie Bern, Bern; Höhle 12, Genf.

Kontakt

Bärenzwinger
Im Köllnischen Park
10179 Berlin

T + 49 30 901 837 461
info[at]baerenzwinger.berlin

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Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag

12–18 Uhr

Eintritt frei

Verkehrsverbindungen

U8 Heinrich-Heine Straße

U2 Märkisches Museum

U+S Jannowitzbrücke,

Bus 165, 265, 248

Presse

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