Historisches

Stadtarchiv [Quelle]

1937

Bis zu jenem Tag im Herbst 2015, an dem Schnute, die letzte weibliche Stadtbärin eingeschläfert wurde, beherberte der Bärenzwinger für fast achtzig Jahre mehrere Generationen von Braunbären, den Berliner Wappentieren.

Das erste Bärenpaar, Urs und Vreni, waren Geschenke der Stadt Bern anlässlich der 700-Jahrfeier Berlins im Jahr 1937. Sie kamen kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im August 1939 in das ursprünglich für die Stadtreinigung erbaute Gebäude im Köllnischen Park, das vom Berliner Architekten Georg Lorenz zum Bärenzwinger um- und ausgebaut worden war.

Eingebunden in eine fast achtzigjährige bewegte Stadtgeschichte stand der Bärenzwinger zweimal vor dem Aus. So wurde er während des Krieges verschüttet. Die überlebenden Bären mussten zwischenzeitlich im Berliner Zoo unterkommen, bis das Areal dank des Einsatzes von Bürger*innen vom Schutt befreit wurde und die Tiere wieder einziehen konnten. Der Erhalt des im Ostteil der Stadt gelegenen Bärenzwingers stand kurz nach dem Mauerfall angesichts seines schlechten baulichen Zustandes erneut zur Debatte, bis private Spendeninitiativen seine Restaurierung in Gang brachten.

Seit etwa den Nullerjahren regte sich wiederum aufgrund von Zweifeln am Wohlergehen der Tiere zunehmend Widerstand gegen die Haltung von Bären in dem Areal. Die tierschutzrechtliche Kritik veranlasste schließlich den kommunalen Beschluss, dass nach dem Tod von Schnute keine weiteren Bären in den Zwinger einziehen würden.

Kulturstandort

Stadtarchiv [Quelle]

2017

Durch die Übertragung des Fachvermögens an das Amt für Weiterbildung und Kultur und die Bereitstellung von Fördermitteln durch spartenübergreifende Förderung ist es möglich, im Baudenkmal Bärenzwinger Ausstellungen und Veranstaltungen, Vorträge und Diskussionen durchzuführen. Künstler*innen und Wissenschaftler*innen werden vor Ort ihre Ausstellungsideen entwickeln und in schrittweisen und behutsamen ortsspezifischen Interventionen und Rauminstallationen präsentieren.

Organisiert wird das Kulturprogramm des Bärenzwingers von jungen Kurator*innen des Fachbereichs Kunst und Kultur Mitte, die für den Zeitraum ihres wissenschaftlichen Volontariats den Bärenzwinger als Ort der Praxis und des Lernens zur Verfügung gestellt bekommen.

Damit hat das Amt für Weiterbildung und Kultur nach fast 2-jährigem Leerstand die Verantwortung für ein Kulturdenkmal übernommen, das sich durch die Berliner Wappentiere über 80 Jahre zu einem stadträumlichen Anziehungspunkt mit hohem Bekanntheits- und Sympathiewert entwickelt hat.

Die immense identitätsstiftende Wirkung des Bärenzwingers bei Berliner Bürger*innen ist deshalb auch von beispielhaftem Wert, sowohl für die künftige Stadtgestaltung im Bereich der nördlichen Luisenstadt als auch jener nahegelegenen historischen Berliner Mitte, derer sich das Bezirksamt nun angenommen hat.

Ziel ist es, den Standort als öffentlichen, kulturellen Lern- und Lehrort sowie Wissensplattform für Stadtkultur zu entwickeln. Zusätzlich sollen durch Ausstellungen, Workshops und Veranstaltungen Bezüge zur kulturellen Stadtgestaltung, Berlingeschichte und Gegenwartskunst hergestellt und vermittelt werden.

Kuratorisches Programm

Stadtarchiv [Quelle]

Das kuratorische Programm des Bärenzwingers für die kommenden zwei Jahre wurde aus einer Auseinandersetzung mit der Geschichte des Areals und der dort lebenden Tiere, der Nutzer*innen und auch Kritiker*innen heraus entwickelt. Es öffnet sich vielfältigen Formen und Formaten und lotet das Potenzial des Ortes für historische, umweltpolitische, kulturelle und künstlerische Interventionen aus.

So geht es etwa auf die Rolle von Bärenzwinger und Bären im Rahmen der kulturellen und gesellschaftlichen Identitätsstiftung der Stadt ein, auf die Architektur des Geländes und dessen urbanistische Einbindung und auf ökologische und tierschutzrechtliche Diskurse, die an den Bärenzwinger gekoppelt sind.
Der seit nunmehr fast zwei Jahren leerstehende Bärenzwinger birgt noch immer zahlreiche Spuren seiner Nutzungsvergangenheit als langjähriges Domizil der Berliner Symbolträger.

Das zweijährige Ausstellungsprogramm im Bärenzwinger gliedert sich in drei thematische Schwerpunkte. Der erste mit dem Titel Spuren des  Animalischen befasst sich mit der spürbaren Absenz / Präsenz der Bären. Der zweite Schwerpunkt fokussiert Architekturen der Segregation, die sowohl die Innen- als auch die Außenräume des Bärenzwingers durchziehen. Unter dem Titel Projektionen der Ununterscheidbarkeit entwickelt der dritte kuratorische Programmpunkt schließlich Ideen für Perspektiven und zukünftige Szenarien des Bärenzwingers.

Kontakt

Bärenzwinger

Im Köllnischen Park

10179 Berlin


T + 49 [0] 30 901 837 461

info[at]baerenzwinger.berlin

Impressum

Öffnungszeiten

Mo–So 12–19h

Eintritt frei

Verkehrsverbindungen

U8 Heinrich-Heine Straße
U2 Märkisches Museum
U+S Jannowitzbrücke,
Bus 165, 265, 248

Bezirksamt Mitte von Berlin
Amt für Weiterbildung und Kultur
Fachbereich Kunst und Kultur

Dr. Ute Müller-Tischler [Fachbereichsleitung]

Julia Heunemann, Nadia Pilchowski, Sebastian Häger [Künstlerische Leitung]

Evelyn Gregel [Kommunikation]

Marie-Christin Lender [Educationprogramm]


Viktor Schmidt [Gestaltung]

Viola Vogel [Website]

Presse

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Förderer + Sponsoren

Mit freundlicher Unterstützung
der Spartenübergreifenden Förderung und der bezirklichen Förderfonds der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Mit herzlichem Dank an
Amt für Stadtentwicklung, Bauaufsichtsbehörde, Förderband e.V., Jugend im Museum e.V., Stiftung Stadtmuseum und KoSP GmbH